/

 


Das Diaplan von Meyer Optik Görlitz - einer insgesamt eher nachgelagerten Optikfirma der ehemaligen DDR - ist ein Projektionsobjektiv, teilt aber seine Konstruktion mit dem legendären Trioplan, welches für sein Bubble-Bokeh berühmt ist. Bubble-Bokeh galt früher als optischer Fehler, heute wird es verkultet und digital orientierte Fotografen zahlen absurde Preise für die Linse, die allerdings einen Charme aufweist, den moderne coole Digi-Optiken niemals erreichen werden. Die Galerie für Kulturkommunikation besitzt drei Trioplane, wir haben aber mit dem Diaplan als purer Alternative spannende Projekte fotografiert.

Das Diaplan ist leicht adaptierbar, hat aber keine Blende. Dies wird viele Digitalfotografen nicht berühren, weil sie gar nicht wissen, was eine Blende ist. Eine der dümmsten Personen meines Lebens stellte mal drei Prinzipien digitaler Fotografie auf:

1. Die Kamera macht das Bild.

2. Das Objektiv macht nur den Ausschnitt.

3. Belichtungszeit? War ungefähr um Mittag. 


Gut. Diese Person war Juristin, also per definitionem nicht psychisch völlig gesund. Ausserdem Alkoholikerin. Ich würde gerne wissen, wie hoch der Anteil der Alkoholiker unter den Juristen ist. Von nüchternen Köpfen würde man in Deutschland eine andere Rechtsprechung erwarten.

Die folgenden Photographien wurden aufgenommen zwischen Dezember 2021 und März 2023 im Berggarten Hannover. Trägergehäuse war eine Ricoh TLS 401, Filmmaterial Kentmere 100, entwickelt in Rodinal 1:25.

Kentmere ist nicht so schlecht wie sein Ruf.